Berufskolleg am Eichholz

des Hochsauerlandkreises in Arnsberg

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Verständigung mit Händen und Füßen!


Andere Länder – andere Sitten. So lernten die Schülerinnen und Schüler der neu eingerichteten Internationalen Förderklasse am Berufskolleg am Eichholz (BKAE) an ihrem ersten Schultag gleich ein klassisches deutsches Frühstück kennen.

Damit startete der Unterricht für 19 Schüler und zwei Schülerinnen aus unterschiedlichen Nationen. Eines haben sie alle gemeinsam, sie können kaum ein Wort Deutsch und haben auch sonst keine gemeinsamen Sprachkenntnisse. Die Brötchen werden zaghaft angenommen und lieber mit Marmelade und Obst belegt, als mit Käse. Dass die Verständigung und ein erstes Kennenlernen trotz der Sprachprobleme klappen, liegt sicher auch am Pragmatismus der unterrichtenden Kollegen. „Wir verstehen uns trotzdem, erklärt wird notfalls auch mit Händen und Füßen“, berichtet Klassenlehrerin Julia Leipzig lachend.

Die Schülerinnen und Schüler gestalteten am ersten Schultag kleine Nationalflaggen und zeigen den Mitschülern, an welcher Stelle Ihr Land auf der Weltkarte zu finden ist. Anschließend befinden sich Fähnchen aus Pakistan, Iran, Irak, Syrien, Serbien und Afghanistan auf der Karte, die im Klassenzimmer aufgehängt wird. Leipzig sieht den Schülerinnen und Schülern an, wie ihre Augen leuchten, wenn sie von ihrer Heimat erzählen dürfen. Zwischen 16 und 18 Jahren sind die Schülerinnen und Schüler. Die meisten von ihnen leben hier nun ohne ihre Familie in Jugendhilfeeinrichtungen der Region.

Die Klassenlehrerin bewundert die Motivation des neuen Schülerklientels: „Die wollen unbedingt lernen.“ Bemerkenswert sei dabei die außergewöhnlich gute Konzentrationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. „Für sie ist es ein Privileg zur Schule gehen zu können“, ergänzt Schulsozialarbeiterin Brigitte Brenner, die ebenfalls in der Klasse tätig ist. Die Gruppe wisse genau, dass viele ähnlich alte Leidensgenossen noch keinen Schulplatz zugewiesen bekommen haben und auch keinen mehr bekommen werden, weil sie unter Umständen nicht mehr schulpflichtig sind. Dennoch überrascht es die beiden Pädagogen immer wieder, wie höflich die Asylanten ihnen begegnen. Stets würden sie auf dem Flur empfangen. „Die Schüler reißen sich dann darum, meine Tasche tragen zu dürfen.“
Manchmal hat Julia Leipzig aber auch den Eindruck, dass die ganze Situation der Flucht die jungen Menschen sichtbar beschäftigt und fordert. Es habe schon öfters die Situation gegeben, dass ein Schüler heftig zusammengezuckt sei, wenn sie ihn während einer Arbeitsaufgabe angesprochen habe. „Da habe ich oft das Gefühl, dass ich sie aus einem bösen Traum herausreiße.“

Das oberste Ziel des Unterrichts in der individuellen Förderklasse ist es, die Schülerinnen und Schüler in eine Ausbildung oder einen weiterführenden Bildungsgang vermitteln zu können. Als erste Etappe werten Leipzig und Brenner dabei die erfolgreiche Vermittlung eines Praktikumsplatzes. „Aber dafür müssen sie in der Lage sein, eine Arbeitsanweisung oder Gefahrenvorschriften zu verstehen“, so Leipzig.
Deshalb steht der Deutschunterricht an erster Stelle des Lehrplans, 16 Stunden die Woche. Darüber hinaus bekommt die Klasse neben Fachpraxis vor allem Mathematik-, Sport- und Ethikunterricht. Vor dem ersten Praktikum wird in Praxisphasen an der eigenen Schule und in den Werkstätten am Berufskolleg am Berliner Platz geübt. Auch Exkursionen stehen auf dem Programm, damit die Flüchtlinge sich in der neuen Umgebung orientieren können.
Das BKAE arbeitet bei der Gestaltung der Internationalen Förderklasse mit dem Briloner Berufskolleg zusammen. Darüber hinaus steht das Lehrerteam für einen kollegialen  Austausch mit Berufskollegs in Hamm und Bielefeld in Kontakt, die schon vor zwei Jahren mit diesen Förderklassen gestartet sind.


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